Als ich vor ein paar Tagen zwei Telezooms, die ich an meiner Olympus OM-D E-M5 MarkIII benutzt habe, verkauft habe, um sie gegen ein einziges Super-Zoom einzutauschen, war mit der Oly erstmal nicht mehr viel anzufangen. Da habe ich plötzlich meine Nikon Zfc wiederentdeckt und gleichzeitig festgestellt, dass meine Canon R8 mit dem 100-400 mm Telezoom nur herumliegt, wenn ich nicht gerade Vögel oder Eichhörnchen fotografiere. Etliche im Lauf der Jahre zusammengekaufte Canon RF-Objektive liegen völlig ungenutzt in den Schubladen.

Und dann habe ich mal wieder angefangen herumzuspinnen. Ich war kurz davor, mein gesamtes Canon Equipment zugunsten einer Olympus OM-1 zu verkaufen. Das war preislich gesehen ein tolles Angebot und die OM-1 ist eine großartige Kamera. Kurz gesagt: Ich habe sie bestellt und die Canon Ausrüstung zum Verkauf angeboten.

Warum ich es dann doch nicht getan habe
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Aber dann kamen doch die Zweifel. Vollformat komplett aufgeben? Die R8 mit dem 100-400 mm ist ein Dreamteam – klein, leicht und gute optische Qualität – selbst wenn ich sie wirklich nur für Vögel und Eichhörnchen einsetze. Ich hatte ja mal die Canon R7, die ich unpraktisch fand, die mir auch zu groß und zu schwer erschien. Die OM-1 wäre ihr in dieser Hinsicht ähnlich, wenn auch von der Ausstattung her weitaus besser. Aber dennoch . . .

Tja, ich habe getan, was ich vorher noch nie gemacht habe: Ich habe den Kaufvertrag widerrufen. Obwohl mir so etwas ausgesprochen widerstrebt, bin ich sicher, dass es die richtige Entscheidung ist. Vermutlich werde ich die überflüssigen Canon-Objektive mal separat verkaufen, aber die R8 samt 100-400 mm bleibt.


Warum ich es beinahe getan hätte
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Seit einiger Zeit hatte ich die Idee, mir eine gebrauchte OM-D E-M1Mark III zu kaufen, die meiner E-M5MIII einiges voraus hat. Das habe ich aber immer wieder verworfen, weil diese Kamera mittlerweile von den beiden OM-System Kameras OM-1 und dem neuen Flaggschiff OM-1MII definitiv weit überholt wurde. Außerdem sind alle diese „Einser“ größer und schwerer als die „Fünfer“-Serie. Und irgendwie habe ich auch für 2025 auf eine nagelneue OM-5 MarkII gehofft anstelle dieser, in meinen Augen, überflüssigen OM-3, die OM System gerade auf den Markt geworfen hat.

>>> Mal kurz zur Erklärung, weil diese Bezeichnungen vielleicht sehr verwirrend sind, wenn man sich mit Olympus bzw. OM-System noch nie beschäftigt hat. Olympus hat die Kamerasparte vor einigen Jahren an OM-System verkauft und allgemein herrschte die Ansicht vor, dass damit auch der kleine MFT-Sensor sein Ende finden würde. Alle Welt hat Vollformat gehypet, selbst das APS-C Sensorsystem ist ja nie der ganz große Erfolg geworden. Und tatsächlich war die OM-5,  die als erste neue Kamera das OM anstelle des Olympus-Schriftzuges bekam, nichts als alter Wein in neuen Schläuchen und sogar neu preiswerter zu kaufen als die E-M5MARKIII. Sie hatte fast nichts Neues zu bieten (und Olympus-Fans wollten vermutlich auch lieber die Kamera mit dem alten Logo.) Die OM-1 war dagegen eine wirklich neue Kamera (lustigerweise mit dem alten Schriftzug), aber auch um einiges teurer. Sie wurde gerade vom neuen Flaggschiff der OM-1MarkII abgelöst. <<<

Obwohl mich meine kleine und leichte E-M5MIII begeistert, habe ich in letzter Zeit immer mal wieder Videos zu den „Einsern“ angeschaut, nachdem klar war, dass es so schnell wohl keine Weiterentwicklung bei den „Fünfern“ geben würde. Und dann gab es da plötzlich bei Calumet dieses unschlagbare Angebot einer fast neuen OM-1 zum Preis einer gebrauchten alten E-M1MarkIII. Und plötzlich war die Entscheidung getroffen: Die Canon R8 samt sämtlichen Objektiven wird verkauft und ich setze ausschließlich auf das MRT-System von Olympus/OM-Systems.

Was mich beinah überzeugt hätte

  • Weg von der Vielfalt an Systemen und ungenutzten Objektiven
  • Der „Stacked Sensor“ für hohe Bildqualität und hohe Auflösung
  • Der große gut auflösende, helle Sucher (ohne Sucher geht bei mir nichts)
  • Der beste kamerainterne Bildstabilisator (bisher und ohne die neue OM-1MARKII)
  • Sehr guter, weiterentwickelter Autofokus mit weit mehr Motiverkennung als bisher (Augenautofokus auch bei Tieren)
  • High Resolution Bilder freihand
  • Kamerainterne ND-Filter
  • Akku mit langer Laufzeit
  • Last but not least ein neues Menü mit MyMenu und vier (!) programmierbare Einstellmöglichkeiten auf dem Moduswahlrad.
  • Nicht zu vergessen, dass ich durch den Verkauf der Canon-Ausrüstung nicht nur nichts für die neue Kamera bezahlt, sondern auch noch Geld herausbekommen hätte. Das ist aber eine Milchmädchenrechnung. Denn ich hätte ein komplettes Vollformatsystem dafür aufgegeben. Meine R8 ist zudem noch eine recht neue Kamera.

Fazit
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Was die OM-1 zu bieten hat, finde ich nach wie vor großartig. Aber ich werde wohl weiterhin geduldig darauf warten, ob OM System nicht doch noch irgendwann die entsprechende kleinere Variante, also eine OM-5 MarkII, auf den Markt bringt. Und bis dahin bin ich mit meiner E-M5MARKIII einerseits und der EOS R8 hervorragend ausgestattet. (Die Nikon Zfc und die PEN-F nicht zu vergessen.)

Das mit Kameragewicht und Größe ist auch ein Problem, wenn man wie ich alles online bestellt und die Dinge nicht vorher in die Hand nehmen kann. Auf YouTube sind es fast immer männliche Fotografen mit eher großen Händen, die eine OM-1 als „klein“ anpreisen. Das ergibt oft ein völlig falsches Bild. Aber ein Fotofachgeschäft gibt es in Höchst nicht. Da müsste ich in die Frankfurter Innenstadt oder nach Wiesbaden fahren. Und beides ist so gar nicht mein Ding. Ist doof, ich weiß. Ist aber so.

Einen kleinen Überblick über meine Kameras findet ihr auf der elkeheinze.de-Seite.

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